Ein Server sollte regelmäßig gereinigt werden. Doch worauf ist zu achten? Wie geht die Reinigung am besten? Unser Ratgeber und Anleitung hilft weiter.

Ursachen für Störungen und Ausfälle an Servern, Switch und PC, Wenn der Server nicht mehr hochfahren will, kann es an Staub & Baustaub liegen.
Server funktionieren deutlich besser, wenn sie regelmäßig gewartet werden. Das trifft natürlich auch auf alle anderen Netzwerk-Komponenten wie Switche, Store, Telefonanlage und Router zu, die zusammen das Rückgrat eines Unternehmens bilden. Doch auch wenn vermeintlich alles funktioniert, ist die Reinigung unumgänglich. Verschmutzte Lüfter, Kühlkörper und Netzteile sind die häufigste Ursache für Störungen und Ausfälle von Servern. Durch Staubansammlungen auf der Elektronik, in den Kühlerritzen und in CPU-Lüftern wird der Prozessor nicht mehr ausreichend gekühlt und die Betriebstemperatur steigt und wird zu hoch. Die Hardware hängt sich auf, das Gerät stürzt ab oder der Rechner startet gar nicht mehr.

Die Anlagen und Systeme wie Server und Switche haben Lüftungsschlitze, durch diese zur Kühlung kalte Luft ansaugen. Werden die Lüftungsschlitze durch Staub oder sogar Baustaub verstopft, kommt es schnell zum Hitzestau und verursacht Kurzschlüsse, Unterbrechungen, Ausfälle und einen Mainboardschaden. Die Kondensatoren auf dem Mainboard oder in Netzteilen können durch die Hitze platzen und  Elektrolyt tritt aus.

Die Reinigung der Geräte ist meist lästig und zeitaufwändig, schließlich kriecht Staub auch in die kleinsten und schwer erreichbaren Ecken der Hardware. Nicht immer lassen sich Verschmutzungen wie Staub und Baustaub problemlos beseitigen und leider legt sich auf Lüfter, Kühlkörper, Netzteil und die elektronischen Bauteil ein feiner, dünner Staubfilm nieder, der sich nicht ganz so leicht entfernen lässt. Der Baustaub nach Bauarbeiten kann durchaus alles komplett verdreckt haben. Im Sinne der IT-Sicherheit, sollten Sie regelmäßig Ihre Server reinigen lassen. Damit die Reinigung einfach, schnell und effektiv erfolgt, sind wir mit praktischen Tipps und einer hilfreichen Anleitung für Sie da.


Ein Server sollte regelmäßig gereinigt werden. Doch worauf ist zu achten? Wie geht die Reinigung am besten? Server reinigen - praktische Tipps und hilfreiche Anleitung.
Staub / Baustaub / Flusenansammlung in den Kühlrippen

Ein Server sollte regelmäßig gereinigt werden. Doch worauf ist zu achten? Wie geht die Reinigung am besten? Server reinigen - praktische Tipps und hilfreiche Anleitung.
Staubansammlung an der Elektronik, defekte Elektrolytkondensatoren

Ein Server sollte regelmäßig gereinigt werden. Doch worauf ist zu achten? Wie geht die Reinigung am besten? Server reinigen - praktische Tipps und hilfreiche Anleitung.
Verhältnis Temperaturanstieg und Ausfallrate

Zubehör: Diese Hilfsmittel benötigen Sie für die Server Reinigung


Server sind praktische Zentralrechner im Netzwerk, die Ihre wertvollen Daten speichern und weitere Rollen und Dienste übernehmen. Die Server Wartung, Pflege und Reinigung ist jedoch mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden, da sich mit der Zeit auf den Gehäuse Oberflächen und im Inneren auf die Elektronik eine dünne Staubschicht breitgemacht hat.

Besonders aus Ritzen und Kühlkörperlamellen lässt sich der Staub nur schwer entfernen. Wenn dieser mit der Luftfeuchtigkeit zusammen eine feste Kruste gebildet hat, wird es noch sehr viel schwieriger. Dennoch sollte eine regelmäßige Reinigung durchgeführt werden. Das ist im Hinblick auf die Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Lebensdauer des Servers und damit der Sicherheit eines Unternehmens wichtig.

Um einen Server reinigen zu können, gibt es verschiedene Mittel und Methoden. Was wird benötigt, um einen Server gründlich zu reinigen und wieder vernünftig atmen zu lassen? Folgende Übersicht gibt Aufschluss.

  • Langjährige Erfahrung in der Reinigung von Elektronik im Serverraum-Umfeld
  • Werkzeug, Akkuschrauber mit Bits verschiedener Arten, Ersatzakku, Ladegerät
  • geschultes Personal, IT-Techniker, Systemelektroniker
  • Berücksichtigung von Standards und Normen wie BSI IT-Grundschutz, DIN EN ISO 14644-1 Klasse 8
  • Spezielle ESD-Staubsauger, antistatisch, ständige elektrostatische Entladung, ausreichend Filtertüten und zur Entsorgung antistatische Plastiktüten.
  • Staubsaugerdüsen in unterschiedlichen Ausführungen und Längen
  • Stabile Leiter oder Tritt für die Serverschrankoberflächen und Kabeltrassen
  • Bodenheber für die Doppelbodenreinigung, wenn im Hohlraum gereinigt werden muss.
  • Geeignete Druckluft mit Öl- und Feuchtigkeitsabscheider.
  • Einsatz von HEPA-Filtern, die auch Feinstaub festhalten.
  • Spezielle ESD-Reinigungsmittel, die den IT-Systemen nicht schaden und Umweltverträglich sind.
  • Ausreichende Anzahl an Microfasertücher, die den Staub festhalten und nicht nur verteilen.
  • Handschuhe zum Schutz vor Verletzungen.
  • Mundschutz als Schutz vor Feinstaub.
  • Schutzbrille als Schutz vor Sandkörnern in den Augen.
  • Angemessene, bequeme Kleidung, nicht zu warm und nicht zu kalt und nicht statisch aufladend.
  • und viele mehr.

Server reinigen: Anleitung


Folgende Schritt für Schritt Anleitung beschreibt die Vorgehensweise bei der Reinigung eines Servers, der bisher etwa ein Jahr im Einsatz gewesen ist, mit der Raumluft gekühlt wurde und mit normalem Umgebungsstaub im ständigen Kontakt gewesen ist. Hier finden wir im Inneren einen dünnen Film aus Staub vor. Wenn Filter der Klimaanlage die Luft zur Kühlung filtern, sieht der Server etwas sauberer aus. Wenn die Lüfter des Servers sogar Baustaub nach Umbaumaßnahmen eingesogen haben, sieht der Server deutlich verschmutzter aus.

Vor der Server Innenreinigung muss der Server sauber heruntergefahren und ausgeschaltet werden. Vorher sollte eine Datensicherung erfolgreich durchgeführt worden sein. Danach wird die Verkabelung dokumentiert. Meistens haben Server drei oder mehr Netzwerkkarten, die jeweils durch ein Patchkabel mit bestimmten Ports der Switche und durch LWL-Kabel mit dem Storage verbunden sind, die nach der Reinigung selbstverständlich exakt wieder so gesteckt werden müssen. Vorsicht bei dem Abklemmen der Kabel, diese dürfen keinesfalls verletzt werden. Meistens sind die Verstrebungen im Serverschrank scharfkantig. Ebenfalls sollte auf die eigene Gesundheit geachtet werden, denn die Verletzungsgefahr ist nicht außeracht zu lassen. Die Schnitte und Wunden durch die scharfen Kanten verheilen leider sehr langsam.

Befindet sich kein Kabel mehr am Server, kann dieser aus dem 19" Schrank herausgezogen werden. In der Regel ist der Server mit Schienen befestigt, manche liegen auf sogenannten Winkelschienen. Je nach Art und Modell unterscheiden sich die Schienen deutlich, meist müssen kleine Hebel oder Metallzungen gedrückt werden, damit der Server ganz herausgenommen werden kann. Hierbei sollte zu zweit vorgegangen werden, denn wenn eine Schiene hakt, wird es alleine sehr schwierig, bei manchen Servern, die ein hohes Gewicht haben ist es empfehlenswert, zu dritt zu arbeiten. Die einzelnen Server (Blades)sogenannter BladeCenter können vorher herausgezogen werden, um Gewicht einzusparen. Auch hier gilt: Dokumentieren, wo welches Blade steckt, damit es nach der Reinigung wieder an die Stelle eingeschoben wird, wo es vorher saß. Sicherlich sind Bladecenter intelligent, daher ist der Slot der Blades variabel, aber besser ist es. Nun kann der Server  getragen oder mit einem Wägelchen in einen anderen Raum transportiert werden, um diesen zu öffnen und innen zu reinigen. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass bei der Reinigung andere Geräte in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Wägelchen und der Tisch, der zur Reinigung verwendet wird, müssen mit einer speziellen ESD-Luftpolsterfolie ausgelegt sein, auf der der Server steht oder liegt. Bei Servern im Desktop-Gehäuse werden in der Regel Schrauben mit einem Kreuzschlitzgelöst, ein 19"-Gehäuse wird per Knopfdruck, meist ohne Werkzeug geöffnet und gibt den Blick auf alle Komponenten frei. Bei einigen Servern staunen wir immer wieder über den Verschmutzungsgrad, der als Ursache zu Störungen oder zum Totalausfall von Servern führt.

Nun werden die Lüfter vorsichtig von der Platine gelöst, die Netzteile herausgezogen und die Festplatten des RAID-Systems aus den Einschubschächten herausgezogen. Doch Vorsicht, keinesfalls dürfen die Festplatten durcheinander geraten, die Reihenfolge der Festplatten eines RAID-Systems muss zwingend beibehalten werden. Also werden die Festplatten markiert und dokumentiert. Bei den Blindblechen ohne Festplatten ist die Markierung nicht wichtig. Die Schrauben, Lüfter, Netzteile und Festplatten werden fein säuberlich beiseitegelegt, damit beim Einbau und Zusammenbau nach der Reinigung nichts vergessen werden kann. Befindet sich kein Bauteil mehr im Server, kann die eigentliche Reinigung beginnen. Zum eigenen Schutz raten wir, Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille zu verwenden.

Die Verschmutzung durch Staub und grobkörniger Baustaub kann durch den Einsatz eines Staubsaugers mit Bürste und Pinsel berührungsfrei erfolgen. Der Staubsauger muss elektrostatisch ableitend, ein sogenannter ESD-Sauger und mit einem HEPA Filter ausgestattet sein, damit dieser nicht der Elektrik schadet und den eingesaugten Feinstaub nicht wieder herauspustet und überall im Raum verteilt. Das Lösen und Entfernen etwas hartnäckigeren Staub, der durch die Luftfeuchtigkeit oder in Verbindung mit anderen Gasen oder auch Ruß schon Krusten gebildet hat, lässt sich äußerst vorsichtig mit Unterstützung von Druckluft mit dem Staubsauger entfernen. Ein spezieller ESD-Reiniger auf Microfasertuch lässt die abgesaugten Plastik- und Metallteile im nächsten Schritt wieder wie neu glänzen. So lassen sich auch Staubreste aus den kleinsten Ecken abwischen. Keinesfalls sollte Wasser und auch keine herkömmlichen Reinigungsmittel verwendet werden. Im ausgebauten Zustand vertragen die Lüfter und Netzteile auch eine etwas kräftigere Druckluft. Lassen sich Lüfter oder Netzteil nicht ausbauen, dürfen sich die Lüfter bei der Reinigung nicht drehen. Sie könnten einen starken Strom erzeugen und dabei die Elektronik zerstören. Bei der Reinigung sollten die Lüfter also vorsichtig in der Position gehalten werden. Nach dem Einbau der gereinigten Komponenten und dem Schließen des Gehäuses ist die Reinigung vollbracht. Ein letzter Blick auf die interne Verkabelung, Sitz der Einschübe und Festplattenanschlüsse überzeugt vom einwandfreien Zustand. Dabei lassen sich auch Kondensatoren entdecken, die schon aufgequollen sind und eventuell nicht mehr lange halten werden. Ebenso könnte bei älteren Servern vorsichtshalber die BIOS Batterie getauscht werden, damit dieser bei einem Neustart nicht seine Einstellungen vergessen hat. Nun kann der Server wieder atmen und ist bereit für den Einbau in das Rack.


Darauf muss man bei der Server Reinigung verzichten


Finger weg von dieser schwarzen Liste mit aggressiven Reinigungsmitteln

  • Reinigungsalkohol und Alkohol wie Methanol und Ethanol, Isopropyl, Spiritus. Im Server-Umfeld fehl am Platz.
  • Reinigungsbenzin, Aceton, Verdünnung, Biozidprodukte, Benzol. Aggressiv und hat bei Elektronik nichts zu suchen.
  • Scheuermittel, Scheuermilch, Scheuerpulver. Beinhaltet kleine Körnchen, die mit der Luft umhergewirbelt werden.
  • Säure wie Essigsäure und Zitronensäure. Gilt als Wundermittel, hat aber nichts im Serverraum zu suchen.

Einbau des Servers nach der Reinigung


Zu zweit wird der Server in die Schienen eingerastet, die zuvor ebenfalls mit Staubsauger und Microfasertuch gereinigt wurden. Hierbei ist auf den einwandfreien Sitz zu achten. An allen vorgesehene Positionen muss der Server einwandfrei in den Schienen sitzen und sich ohne Kraftaufwand vor und zurückschieben lassen. Schienen, die wackeln und sich bewegen, sollten zuvor auf einen festen Sitz kontrolliert werden. Die endgültige Position des Servers ist meist wieder durch kleine Hebel oder Druck auf bestimmte Stellen der Schienen zu erreichen. Die anschließende Verkabelung ist jetzt anhand der Markierungen oder Dokumentation vorzunehmen. Die Netzwerkkabel werden wieder angeschlossen und die Kaltgerätestecker in die Netzteile gesteckt. In einigen Situationen oder an einigen Positionen ist es ratsam, die Stecker vor dem Einbau des Servers einzustecken, weil diese im eingebauten Zustand unzugänglich, sehr schwer einzusehen und erreichbar sind. Anschließend ist der Server bereit für den Funktionstest und der nächste Server wird auf die gleiche Weise ausgebaut. Die Vorgehensweise und Reihenfolge hängt von verschiedenen Faktoren ab. Da die Unterbrechung (Downtime) eines Servers so kurz wie möglich gehalten werden sollte, ist eine vorherige Planung und Abstimmung mit dem IT-Verantwortlichen erforderlich. Meist bietet sich das Wochenende für eine Server-Reinigung an, damit der interne Betriebsablauf nicht gestört wird. Da die IT-Infrastruktur meist schon über Jahre gewachsen ist, bietet die Reinigung der Server die Chance, Geräte in den Schränken neu zu positionieren und alte Netzwerkkabel komplett zu ersetzen. Manchmal sind Verbindungswege von etwa einem halben Meter Länge mit fünf-Meter-langen Netzwerkkabeln verbunden, die sich über mehrere Schlaufen auf dem Fußboden winden, weil damals nichts anderes zur Hand war. Bei Servern mit redundanten Netzteilen sollte zur Erhöhung der Sicherheit eines an die USV und das andere an einen anderen Stromkreis angeschlossen sein.

Außenreinigung: Server Gehäuse reinigen


Nicht nur der Innenbereich eines Servers sollte regelmäßig gereinigt werden, sondern auch das Gehäuse. Schließlich sammelt sich auch hier im Laufe der Zeit Staub an, der eine unschöne Schicht bildet, die Lüftungsschlitze verschließt und die Kontakte der Anschlussbuchsen bedeckt und überbrückt und sich ständig in der Raumluft verteilt. Die Außenreinigung eines Servers im laufenden Betrieb ist allerdings kein Kinderspiel. Viel zu schnell ist ein Knopf gedrückt oder eine elektrostatische Entladung erfolgt, die die Server ausschaltet oder sogar beschädigt. Die klassische Variante ist mit einem feuchten Microfasertuch und speziellem ESD-Reiniger nach dem berührungsfreien Absaugen mit einem ESD-Sauger und HEPA-Filter. Bei starker Verschmutzung muss dieser Vorgang mehrmals durchgeführt werden. Die Vorgehensweise ist selbstverständlich von oben nach unten, da Krümel, Sand und Staub nach unten fallen. Widerspenstige Verunreinigungen lassen sich vorsichtig mit Fensterreiniger oder - wenn´s nicht anders machbar ist - in Ausnahmefällen mit Scheuermilch und einem harten Schwamm entfernen. Ein harter Gegenstand, beispielsweise ein Spachtel sollte nicht aus Metall bestehen. Mit etwas Holz oder Kunststoff lassen sich Verkrustungen wie Mörtel oder Brandschutzmasse vorsichtig abkratzen und anschließend absaugen und wegwischen, ohne das Gehäuse zu zerkratzen.


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